Die Audio-Plattform SoundCloud erweitert ihr Angebot und ermöglicht es Fans künftig, Musiktitel direkt auf der Website zu kaufen und herunterzuladen. Der große Vorteil für die Kunstschaffenden: Sie erhalten die vollen 100 Prozent des angesetzten Kaufpreises. SoundCloud verzichtet auf eine eigene Beteiligung; die Käuferschaft muss lediglich für die regulär anfallenden Steuern und Transaktionsgebühren aufkommen.
Mit diesem Schritt möchte das Unternehmen vor allem unabhängigen Musikern helfen, sich neben den klassischen Streaming-Auszahlungen und Verkäufen über externe Shops ein weiteres finanzielles Standbein aufzubauen. Aktuell befindet sich die Funktion noch in der Erprobung und wurde zunächst für 200 ausgewählte US-Artists freigeschaltet, die ein „Artist-Pro“-Abonnement nutzen.
Dass der Bedarf für ein solches Feature definitiv vorhanden ist, macht SoundCloud anhand interner Daten deutlich: Bisher vermittelt die Plattform jährlich über eine halbe Million Nutzer an externe Anbieter wie Bandcamp oder Beatport. Darüber hinaus gab in einer Umfrage mehr als ein Viertel (28 Prozent) der befragten Künstler an, bereits Musik-Downloads zu verkaufen oder großes Interesse daran zu haben.
Nachdem die Testphase ausgewertet und optimiert wurde, ist für den kommenden Herbst eine schrittweise Ausweitung der Funktion geplant. Die Einführung der neuen Kaufoption ist dabei nicht die einzige Neuerung bei SoundCloud: Erst vor Kurzem hatte das Unternehmen die Blockchain-basierte Musikplattform Nina Protocol übernommen, die eigentlich Anfang des Jahres ihre Pforten geschlossen hatte.